Autorenverzeichnis
Autoren von A bis Z

Samuel Beckett

geb. 13. April 1906 in Dublin
gest. 22. Dezember 1989 in Paris

Der Literaturnobelpreisträger Samuel Beckett, der als britischer Staatsbürger in Irland geboren wurde und ab 1937 in Frankreich lebte, war ein von der philosophischen Strömung des Existentialismus beeinflusster Schriftsteller, der zahlreiche Romane, Theaterstücke, aber auch Essays, kürzere Prosa und Gedichte veröffentlicht hat. Seine im Kreise einer bürgerlich-protestantischen Familie verbrachte Kindheit war überschattet von den tragischen und konfliktreichen Ereignissen des Kampfes zwischen katholischen Iren und protestantischen Engländern.

So erscheint es nicht verwunderlich, dass der zeitlebens stille und zu Depressionen neigende Beckett recht komplizierte und düstere, schwer verständliche Werke, sowohl in englischer als auch französischer Sprache verfasste. Beispielhaft für sein Schaffen ist das Stück „Warten auf Godot“, auf welchem Becketts Anerkennung als Autor beruht. Es zeichnet sich durch eine ausweglose, postapokalyptisch erscheinende Situation aus, in der die darin auftretenden skurill-absurden Figuren gefangen und zu ewiger Wiederholung verdammt sind.

Im Gegensatz zu seiner ruhmvollen Zeit in den 60er Jahren wird Beckett heutzutage nur noch selten gelesen. Angesichts der für junge Leser schwer zugänglichen, da hoch absurden und zudem sehr bedrückenden, diffizilen Handlungen und Figuren erscheint dies nicht verwunderlich. Doch sollte gesagt werden, dass Becketts Werke, sofern man sich den Mut nimmt, sich auf sie einzulassen, nicht nur ein großes Lesevergnügen darstellen, sondern zudem auch geeignet sind, den eigenen Denkapparat ein wenig in Schwung zu bringen.